Prefabrizierter Modulbau ist nicht billiger pro Quadratmeter. Aber er ist schneller, prognostizierbarer und qualitativ konsistenter. Diese Analyse zeigt am Beispiel eines 18-stöckigen Wohnhochhauses mit 216 Einheiten, warum die ROI-Kalkulation für den Bauherrn trotz höherer Modulpreise positiv ausfällt — und wann sie es nicht tut.
Der offensichtliche Mehrpreis
Die reinen Modulkosten für einen prefabrizierten HLKSE-Kern liegen typischerweise 18 bis 28 Prozent über der klassischen In-Situ-Ausführung. Das ist der offensichtliche Ausgabeposten, den Bauherrn zuerst sehen.
Das Bild verschiebt sich jedoch, sobald man Bauzeit, Baustelleneinrichtung, Gerüstkosten, Personalstundensätze und Nachtragsrisiko in die Rechnung nimmt.
Fallbeispiel Luzern: 18 Geschosse, 216 Einheiten
Konventionell würde die Sanitär- und HLKS-Installation pro Einheit etwa 4.2 Facharbeiterstunden in Anspruch nehmen, also 907 Arbeitsstunden insgesamt, verteilt über 12 Wochen.
Mit prefabrizierten RaBec-Modulen reduziert sich die Montagezeit pro Einheit auf 0.8 Stunden, ergo 173 Stunden, verteilt über 3 Wochen.
Lohneinsparung
Bei einem Swiss-Lohnsatz von 92 CHF pro Stunde bedeutet das eine reine Lohneinsparung von 67'528 CHF. Der Modul-Mehrpreis beträgt 45'000 CHF. Netto Lohnvorteil: 22'528 CHF — bei gleicher Qualität.
Bauzeit-Hebel
Die Bauzeitverkürzung von 9 Wochen übersetzt sich in:
- ~38'000 CHF reduzierte Baustelleneinrichtungskosten (Gerüste, Kran, Container, Strom)
- 1'166'400 CHF zusätzliche Mieteinnahmen über zwei Monate früherer Belegung (bei 2'400 CHF/Monat Netto-Kaltmiete × 216 Einheiten)
Das ist die eigentliche wirtschaftliche Hebelwirkung.
Qualitätsprämie
Prefabrizierte Module haben eine Werksprüfung mit 99.2 Prozent Abnahmequote im Erstanlauf. In-Situ liegt die Abnahmequote bei 87 bis 91 Prozent, der Rest kommt als Nachtrag oder Reklamation.
Pro Einheit lassen sich 220 CHF Reklamationsrisiko einsparen, bei 216 Einheiten also 47'520 CHF.
Gesamt-ROI
Summiert ergibt sich über das ganze Projekt ein Vorteil von etwa 1.27 Millionen CHF bei einem Modul-Mehrpreis von 45'000 CHF — ein Faktor von rund 28.
Das Verhältnis verschiebt sich je nach Mietniveau und Lohnsatzregion, aber der qualitative Befund gilt für jedes Hochhausprojekt ab 30 Metern Höhe.
Wann rechnet sich Prefab nicht?
- Einfamilienhäuser
- Gestaffelte Bauetappen mit sehr individuellen Einheiten
- Wenn die Logistik zum Baustandort den Mehrpreis verschlingt
Wir rechnen bei Anfragen konkret durch. Die Erstberatung dauert in der Regel 45 Minuten und liefert eine belastbare Kostenvergleichstabelle.